Apollo EVO: Die endgültige Form von Deutschlands verrücktestem V12-Hypercar

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Apollo EVO: Die endgültige Form von Deutschlands verrücktestem V12-Hypercar

Veröffentlicht am 19 Januar 2026

Eine reinrassige Rennstreckenwaffe, geschmiedet unter extremen Bedingungen

Apollo Automobil hat die vollständigen Produktionsspezifikationen des Apollo EVO bekannt gegeben, einem Hypercar, das ausschließlich für die Rennstrecke gedacht ist und weit über die üblichen Grenzen der Vernunft, Subtilität oder Kompromissbereitschaft hinausgeht. Mit einer weltweiten Stückzahl von nur zehn Exemplaren und einem Preis von rund 3 Millionen Euro ist der EVO der bisher radikalste Ausdruck des Unternehmens, dessen Wurzeln bis zum furchterregenden Gumpert Apollo aus den 2000er Jahren zurückreichen. Seit seiner Neulancierung im Jahr 2016 hat Apollo Automobil nur zehn Kundenfahrzeuge produziert, allesamt den wilden V12-angetriebenen Intensa Emozione. Der EVO folgt derselben Philosophie der Knappheit und des Überflusses, treibt das Konzept jedoch noch weiter voran. Dies ist kein Straßenauto mit Rennstreckenambitionen, sondern eine kompromisslose Rennstreckenwaffe, die entwickelt wurde, um das intensivste mechanische Fahrerlebnis zu bieten, das Apollo in der heutigen Zeit bieten kann. Die ersten Auslieferungen an Kunden sind für die erste Hälfte des Jahres 2026 geplant, die Produktion ist bereits angelaufen.

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Der 6,3-Liter-V12

Das Herzstück des Apollo EVO ist ein 6,3-Liter-V12-Saugmotor, der von Ferrari stammt und für die Zwecke von Apollo umfassend überarbeitet wurde. In dieser endgültigen Spezifikation steigt die Leistung auf 800 PS bei 765 Nm Drehmoment und übertrifft damit sowohl den Ferrari F12-Spender-Motor als auch den ohnehin schon unglaublichen Intensa Emozione. Die Kraft wird ausschließlich über ein sequentielles Sechsganggetriebe, das über ein pneumatisches Paddelschaltsystem bedient wird, auf die Hinterräder übertragen. Mit einem angestrebten Leergewicht von nur 1.300 kg, das leichter ist als das vieler kompakter Crossover-Modelle, sind die Zahlen erwartungsgemäß brutal. Apollo gibt eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 2,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 335 km/h an. Aber die reine Geschwindigkeit ist nur ein Teil der Geschichte. Der EVO ist so konstruiert, dass er über 1.350 kg Abtrieb erzeugt, wobei ein hydraulisch betätigter Heckflügel seinen Anstellwinkel in weniger als einer Sekunde anpassen kann. Die aerodynamische Belastung ist so extrem, dass Apollo fast behauptet, das Auto könne kopfüber fahren. Für die Bodenhaftung sorgen Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen auf 20-Zoll-Aluminiumschmiederädern vorne und 21-Zoll-Aluminiumschmiederädern hinten, optional sind auch für Slick-Reifen optimierte Räder erhältlich. Carbon-Keramik-Bremsen sind serienmäßig, Käufer können jedoch im Rahmen eines speziellen Performance-Pakets auch Rennstahlbremsen spezifizieren.

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Skelettiertes Design, innen und außen

Optisch sieht der EVO weniger wie ein herkömmliches Auto aus, sondern eher wie ein mechanischer Organismus mitten in der Mutation. Winglets, Lüftungsschlitze, freiliegende Strukturen und aggressive Aero-Oberflächen dominieren das Äußere und vermitteln den Eindruck eines Decepticons, der mitten in der Transformation erstarrt ist. Diese „skelettierte” Philosophie ist nicht nur eine Frage des Designs, sondern reicht tief in die Struktur und den Innenraum des Autos hinein. Das brandneue Monocoque aus Kohlefaser wiegt nur 165 kg und ist damit 10 Prozent leichter und 15 Prozent steifer als das Chassis des Intensa Emozione. Im Innenraum erreicht das Konzept der Reduktion sein logisches Extrem. Die tragenden Strukturen bleiben vollständig sichtbar, wobei Kohlefaser und Aluminium durchgehend freigelegt sind. Alles, was für das Fahren nicht unbedingt notwendig ist, wurde entfernt. Das Cockpit verfügt über feste Rennschalensitze mit Vollgurten, eine verschiebbare Pedalerie, ein Lenkrad im Yoke-Stil und Schaltgeräte in Rennwagenqualität. Die für das Fahren wichtigen Bedienelemente sind horizontal auf einem freiliegenden Carbonfaserbalken angeordnet, was den kompromisslosen Fokus des EVO unterstreicht. Dieser Innenraum ist nicht auf Komfort oder Ablenkung ausgelegt, sondern dient ausschließlich dazu, Fahrer, Maschine und Physik mit möglichst wenig Filterung miteinander zu verbinden.

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Zehn Autos, zehn persönliche Statements

Trotz seines brutalen Minimalismus wird kein Apollo EVO dem anderen gleichen. Durch das Apollo Forge-Programm, die hauseigene Individualisierungsabteilung der Marke, wird jedes der zehn Autos in Bezug auf Materialien, Oberflächen und Details auf die Vorlieben seines Besitzers zugeschnitten. Selbst innerhalb eines so extremen Rahmens besteht Apollo auf Individualität als Kernwert. Die Produktion erfolgt in zwei Chargen zu je fünf Fahrzeugen, von denen zum Zeitpunkt der Ankündigung nur noch wenige verfügbar sind. Mit einem Preis von 3 Millionen Euro vor Steuern liegt der EVO fest in der oberen Stratosphäre der Hypercar-Preise, aber nur wenige Autos bieten einen V12-Saugmotor, über eine Tonne Abtrieb, zwei volle G Querkraft und einen auf das Wesentliche reduzierten Innenraum. Der Apollo EVO wurde nicht entwickelt, um die Attraktivität zu steigern oder Trends zu verfolgen. Er ist der letzte, wilde Ausdruck einer aussterbenden Gattung: laut, leicht, kompromisslos analog und ohne Rücksicht auf irgendetwas anderes als ultimative Rennstreckenleistung konstruiert. In einer Zeit, die zunehmend von Elektrifizierung und Zurückhaltung geprägt ist, hat sich Apollo dafür entschieden, mit 8.000 U/min aus dem Rennen zu gehen.

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